Oldtimer Freunde Rehau Rehau Classsics
Liebe Oldtimer-Freunde aus Franken,
Ihr fragt euch bestimmt: warum fährt der Typ als "Rehauer" mit einem Kennzeichen aus Erlangen spazieren?
Nun, das ist gar nicht so einfach zu erklären.
2009 hatte ich bereits meinen Haupt-Wohnsitz nach Rehau verlegt und mein Alltagsfahrzeug mit einem Hofer Kennzeichen versehen, als unerwartete Probleme auftauchten:
die Ummeldung meines roten Oldtimer-Kennzeichens
von Erlangen nach Hof
Netterweise hat der Gesetzgeber bei der letzten Reform der StVZO versäumt, das Procedere bei der Ummeldung von roten Sammlerkennzeichen festzulegen.
Während dieser Umzug in Erlangen (und auch sonstwo) als "normale Ummeldung" betrachtet wird und mir sogar alle Ummelde-Daten per CD mitgegeben wurden, um es den Mitarbeitern der Zulassungsstelle in Hof so einfach als möglich zu machen,
sitzt im Landratsamt Hof ein Abteilungsleiter, der jede Gelegenheit nutzt, ungestraft diejenigen zu schikanieren, von denen er sein monatliches Gehalt bezieht, indem "kann" Verordungen bis an die Grenzen des Ermessensspielraumes zum Nachteil des Bürgers ausgelegt werden.
Im Falle der Ummeldung des roten Sammler-Kennzeichens ist der Ermessens-Spielraum des jeweilgen Beamten weit gespannt und reicht von "normaler Ummeldung" bis zum "Neuantrag". In diesem meinem Falle läßt die Auslegung zu, daß eine Ummeldung als Neu-Antrag behandelt wird.
Während sich nun der Beamte in der Stadt als "Dienstleister für den Bürger" sieht, glaubt anscheinend der Beamte auf dem Lande, den Bürger immer noch straflos mit wilheminische Sitten aus dem Kaiserreich schikanieren zu dürfen.
Um den Unterschied zu verdeutlichen:
"Ummelden" bedeutet Ausgabe von neuen Kennzeichen unter Beibehaltung des "status quo" verbunden mit Kosten von 30-50 Euro + Kennzeichenkosten.
"Neuantrag" bedeutet, daß jedes Fahrzeug wieder durch die TÜV-Eingangsprüfung muß (150 Euro/Fahrzeug), Führungszeugnisse, Punkteregister und viele weitere Unterlagen kostenpflichtig und zeitaufwändig wieder beschafft werden müssen, neben Zeitaufwand von mehreren Tagen wäre das mit Kosten um 1500 Euro + Kennzeichenkosten verbunden.
Die Oldtimer-Verbände DEUVET (www.deuvet.de), ADAC (www.adac.de) und die IKM = "Initiative Kulturgut Mobilität" (www.kulturgut-mobilitaet.de) bemühen sich um sinnvolle Lösungen all der Probleme, welche bei der letzten StVZO-Änderung des "roten Sammlerkennzeichens" entstanden sind. Leider ist das so so "heißes Eisen", daß da keiner so richtig drangehen will.
Das "rote Sammlerkennzeichen" gewährt nämlich dem Bürger etwas Eigenverantwortung und ist daher den Bürokraten in Berlin ein Dorn im Auge und die würden das am liebsten abschaffen - trotz durchschnittlich 3 schuldhaften Unfällen pro Jahr aller in Deutschland H- und Rot-versicherten Fahrzeuge.
In dieser unserer Zeit sollte sich jede Behörde als "Dienstleistungs-Betrieb für den Bürger" verstehen und jede Verordunung und Bestimmung bis an die Grenze des Machbaren zugunsten des Bürgers auslegen. Mitarbeiter in Behörden, welche sich dazu außerstande sehen, sollten ungehend mit "verantwortungsvollen" Tätigkeiten wie Kehren und Putzen usw. betraut werden.
Dem Landrat Hering hätte es wohl angestanden, seinen übereifrigen Mitarbeiter zugunsten des Bürgers zurückzupfeifen. Aber ganz im Gegenteil hat Herr Hering seinem Beamten den Rücken gestärkt und damit - wie auch bei den "alten kreiskennzeichen" gezeigt, wie wenig Ihn Bürger-Meinung und -Wille interessieren - da ist jemand in den 50er Jahren hängengeblieben - FIVA während seitens der FIVA (http://www.fiva.org/EN) daran gearbeitet wird, Registierung und Umzug von Oldtimer-Fahrzeugen und deren Besitzer europaweit zu vereinfachen.
Nun gut, der Klügere gibt nach und so wurde Erlangen wieder mein "Haupt-Wohnsitz" und der Landkreis Hof hat einen Bürger weniger.
Da seit der RAF Fahrzeuge nur noch am Haupt-Wohnsitz zugelassen werden dürfen (früher war auch Neben-Wohnsitz und Standort möglich) fahre ich eben weiterhin die Werbung für Erlangen spazieren.
Dies sollte die Bürger und Wähler des Landkreises veranlassen, darüber nachzudenken, an welchen Menschen man bei kommenden Wahlen seine Stimme vergeudet.
Neuerdings (2013) ist allerdings ein Hoffnungsschimmer aufgetaucht: In dem Gesetzentwurf, welcher die "Kennzeichen-Mitnahme" bei Umzug ermöglicht, wird auch das Wechsel-Kennzeichen, das rote Sammler-Kennzeichen und das grüne Versicherungskennzeichen ausdrücklich mit eingeschlossen. Wenn also diese Verordnung irgendwann 2014 in Kraft tritt, dann werde ich nochmals einen Umzugs-Versuch wagen. Denn das Procedere ist genauso wie vorher - nur daß man keine neuen Kennzeichen benötigt und alle Kennzeichen-Arten in die Regelung eingeschlossen sind.